Chronik Gillenbeuren

(Auszug aus dem Programmheft - “Verbandsgemeinde Feuerwehrfest 1997”)

Aus den Kriegswirren heraus wurde in den Jahren 1946-1947 die Pflichtfeuerwehr für die Gemeinde Gillenbeuren ins Leben gerufen, aus der sich die Freiwillige Feuerwehr Gillenbeuren entwickelte. Ihr erster Wehrführer war Herr Ewald Laux, der mit viel Opferbereitschaft die junge Wehr aufbaute, bis ihn im Jahre 1963 berufliche Gründe zwangen das Amt des Wehrführers nieder zulegen. Während dieser Zeit wurde die Freiwillige Feuerwehr mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung Gillenbeuren mit neuen Uniformen und den für eine Wehr notwendigen Geräten ausgerüstet.

Im Jahre 1957 wurde der damalige Löschwasserteich in der Dorfmitte renoviert und mit einer neuen Betondecke versehen. Auf diesen Löschteich wurde 1960 von der Gemeinde ein modernes Feuerwehrgerätehaus mit großem finanziellen Aufwand erstellt, welches einer Wehr in der Größe unserer Gemeinde auf lange Sicht mit ihren Geräten gerecht wird.

Ihre Feuertaufe im Sinn und Wort nach erhielt die Wehr in der Silvesternacht zum 1. Januar 1972 als das Anwesen des Land und Gastwirtes Karl Hendges kurz nach 24 Uhr in Flammen aufging. Diesem Brand folgten in kurzem Abstand noch zwei Großbrände, die in vorbildlicher Weise in Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren bekämpft wurden.

Aus diesen Bränden heraus mußte sich die bis dahin etwas geschwundene Erkenntnis wieder verstärken, daß auch eine Feuerwehr in einer Gemeinde sehr notwendig ist, die der Unterstützung aller bedarf.

Die Ortsgeschichte

1 km abseits der alten Römerstraße Koblenz-Trier in einem Tal der Südeifel liegt die Gemeinde Gillenbeuren im Landkreis Cochem-Zell. Die Chronik zeigt auf, daß um das Jahr 900 nach Chr. ein Mann Namens Gildo das erste Haus auf einem Hügel im Tal gebaut hat. Der Name Gildo ist Vorläufer auf den Namen Gillenbeuren. Die erste urkundliche Erwähnung von Gillenbeuren findet man aus dem Jahre 1220. Damals wurde eine Kapelle errichtet. Zu dieser Zeit nannte man den Flecken ,,Gildonburun". In einem Tauschvertrag des Propstes vom St. Florin Stift in Koblenz am 17. März 1250 mit seinem Kapitel wird erwähnt, daß das St. Florin Stift den Zehnten zu Gillenbeuren besitze. Der Ort war an den Grafen von Manderscheid-Blankenheim verlehnt..

Auf dem Friedhof steht heute noch ein altes Steinkreuz, wo der Name Goelebaevren eingemeißelt ist. In der ,,Taxa generalis subsidorum cleri Trevirensis" aus der Zeit um 1330 wird Gillenbeuren als Pfarrei des Landkapitels Zell aufgeführt. 1462 verpfändete ,,Johann Herr zu Winnenburg und Beilstein" den Ort Gillenbeuren dem Grafen Wilhelm von Blankenheim.

Die Chronik erzählt, daß die Vormunds des Philipp zu Winnenburg und Beilstein im Jahre 1534 mit dem damaligen Pfarrer Peter Krebs aus Gillenbeuren in Streitigkeiten verwickelt waren, in diesem Streit ging es um einige zins-kurmuthpflichtige Lehnsgüter, die dem Kollegiatsstift St. Florin zu Koblenz gehörten, das auch den Zehnten aus Gillenbeuren bezog und Recht hatte, den Pfarrer zu ernennen.

Der Name Gillenbeuren erscheint in den Visitationsprotokollen des,,Archidiakons" Heinrich von Finstingen aus Karden im Jahre 1475, sowie im Register von 1552 mit den Kanonikern vom St. Florins-Stift zu Koblenz. Weiter findet man den Namen Gillenbeuren in Visitation von 1592 unter dem Trierer Erzbischof Johann VIII. von Schönenberg, ebenso wie im Bericht des Archidiakonates von Karden im Jahre 1656.

Im Jahre 1833 wurde der Ort Gillenbeuren von einer starken Feuersbrunst heimgesucht, die große Armut hinterließ. Ein Bittschreiben an den damaligen Preußischen König um finanzielle und materielle Hilfe wurde nicht erhört.

Die Kirche

Von dem Aussehen der alten Kirche berichtet die Chronik aus dem Jahre 1832, daß dieselbe ein rechteckiger Bau war mit einer Eingangshalle daneben. Eine Glocke aus dem Jahre 1483 beweist das etwaige Alter der damaligen Kirche. Im Jahre 1837 wurde diese Kirche wegen Baufälligkeit geschlossen, und im Jahre 1852 abgebrochen. In den Jahren 1846/47 wurde nach den PIänen des Baumeisters "Rennen" aus Cochem die heutige Kirche gebaut. In diese Kirche wurde der heutige Hochaltar und die Glocken übernommen. Der Altar wurde nach der Überlieferung im Kloster ,,Stuben" angefertigt. Einige Jahreszahlen in der Rückwand des Altares weisen auf das ungefähre Alter des Altares. Auch ist eine Inschrift lesbar J.H.P. = (Johann Heinrich Phase) dieser war von 1719 bis 1758 Pfarrer in Gillenbeuren. Ein alter Taufstein, z. Z. steht er im Pfarrhof, ist Zeuge für die alte Vergangenheit des Ortes Gillenbeuren, er stammt aus der ersten Kapelle von 1220.

Die Kirche wurde 1992 innen renoviert und mit neuen Fenstern versehen.

Dieses alles ist Zeuge eines fast tausendjährigen urkundlichen Bestehens des Ortes Gillenbeuren und ermahnt die Lebenden im Sinne der Vorfahren dieses wertvolle Kulturgut treuhänderisch für die Nachwelt zu verwalten.

Die Aufwärtsentwicklung des Ortes zeigt ein Blick auf die Einwohnerzahl der letzten 150 Jahre. Nach Übernahme des linken Rheinufers in die preußische Verwaltung im Jahre 1817 betrug die Einwohnerzahl 152. Bis zum Jahre 1840 stieg die Zahl auf 186. Um die Jahrhundertwende zählte man 240 Einwohner, die bis zum Ende des 2. Weltkrieges auf 280 stieg. Heute sind es 278 Einwohner.

Im zweiten Weltkrieg gingen die Ereignisse auch nicht spurlos an dem Ort Gillenbeuren vorüber. Außer den vielen gefallenen und vermißten Angehörigen war die Gemeinde Gillenbeuren verschiedentlich Angriffsziel feindlicher Flieger bedingt dadurch, daß in unmittelbarer Nähe des Ortes eine V1 Stellung untergebracht war.

Die Gemeinde Gillenbeuren hat in der Weiterentwicklung der Zeit Schritt halten können. Große Anstrengungen mit vielen Beteiligungen der Bürger waren notwendig, um diesen modernen Stand erreichen zu können.